
Was ist das?
Der Gründer des Taoismus ist Lao Tse (604-517 v. Ch.), daß heißt einfach "alter Meister",
wurde in China geboren. Legenden umranken sein Leben, 82 Jahre soll Laotse im Mutterleib
zugebracht haben, so daß er bei der Geburt bereits ein Greis war, sich aber dennoch wie ein Kind
benommen hat, wenn auch rasch ein Weiser aus ihm wurde.
Taoismus läßt sich am ehesten als ein philosophisches System mit religiösem Hintergrund
bezeichnen. Es ist aber auch eine Lebenshaltung bzw. Lebenseinstellung.
Das Zentrum der taoistischen Lehre ist die Harmonie zwischen Mensch und Kosmos, denn aus
dem Tao gehen Himmel und Erde hervor und aus beiden die Dinge der Welt, also auch der
Mensch. Tao ist dauernd ohne Handeln, aber es gibt nichts, was es nicht vollbrächte.
Noch deutlicher tritt der philosophische Charakter des Taoismus mit dem Grundsatz "Tao tut das
Nichttun und tätigt die Untätigkeit" von Lao-tse hervor. Was bedeutet, daß das Tao ohne Unrast
in vollendeter Ruhe wirkt. So soll auch der Mensch nicht im Lebenskampf aufgehen sondern
sich an das stille Walten der Natur angleichen.
Für die Taoisten war das Universium untrennbar von ihrem Selbst. So sagten sie: z.B. "Hebe
einen Grashalm auf und du hast die ganze Welt in deinen Händen". Mit anderen Worten, der
ganze Kosmos spiegelt sich wieder in jedem seiner Teile und jeder Ort kann als sein Mittelpunkt
gesehen werden. Das bedeuted, daß das Leben des Menschen nicht als eine Kriegsführung gegen
die Natur aufgefasst werden kann.
Vielmehr ist es notwendig, die Winde, die Gezeiten, die Strömungen, die Jahreszeiten und das
Prinzip des Lebens zu verstehen, welches Werden und Vergehen heißt. Deshalb muß jegliches
Tun in Übereinstimmung mit den Naturgesetzen geschehen und nicht gegen sie.
Was die Taoisten vor so langer Zeit zu sagen hatten, hat auch heutzutage noch Gültigkeit.
Gerade in unserer Zeit könnte diese Philosophie noch wichtiger sein als damals. Manchmal
müssen wir schon zu spät erkennen, daß alle unsere Bemühungen, die "Welt zu verbessern",
verheerende Folgen für uns und unsere Umwelt hatten.
Deshalb müssen wir, wie die Taoisten einst, beginnen, das Leben als einen Teil des
allumfassenden Seins zu verstehen und nicht als etwas davon Getrenntes oder gar
Entgegengesetzes. Wenn wir diese Philosophie hinsichtlich der Bedürfnisse und Probleme der
modernen Zivilisation untersuchen, dann stellen wir fest, daß uns gelehrt wird, den
Naturgesetzen und ihrem innewohnenden Rythmus zu vertrauen und so Harmonie und
Ausgeglichenheit zu erlangen.
Was ist Tao?
Im Mittelpunkt des Taoismus steht das Wort TAO.
Tao ist ein Schlüsselbegriff der chinesischen Religionen. Ursprünglich bedeutete es “Weg”,
“Pfad”, aber schon in frühester Zeit wurde es mit “Gott”, “Vernunft” übersetzt. Das Wort Tao
hat in der europäischen Sprache keine Entsprechung.
Im Taoismus verkörpert die Erde das Weibliche, das Yin, und der Himmel das Männliche, das
Yang. Das Namenlose, das unaussprechliche Tao ist beiden vorangestellt und zwar als der
Urgrund, der Ort, aus dem die Welt erschaffen werden wird. Aus ihm werden Yin und Yang
hervorgebracht.
Und mit der Aufnahme der Produktivität, dem Erschaffen von Yin und Yang, setzt sich Tao
selbst in die Welt, wird zu seinem eigenen Erschaffer und ist so, als nun aussprechbares, aller
Wesen Mutter. Tao also, als das Urprinzip, die in sich schlummernd Kraft, die alles
hervorbringen kann, aber selbst in Ruhe brach liegt, da schon alles in ihr enthalten, tritt hervor
und erzeugt. Und so gewinnt die Welt, die vorher nicht war, plötzlich an Raum und Zeit.
Expandiert.
Das Sein aus dem Nichtsein.
Wer so wird, der kann in die geheime Welt des Tao's vordringen. Der ist frei von dem, was ihm
Grenzen zuweist, was ihn also zum aussprechlichen Tao führt. Beides ist letztlich gleich, und
zusammen bilden sie das Ursprüngliche. Der Ursprung des Ursprünglichen, die Ursache der die
Teilung des Tao's innewohnt, sie ist das Geheimnis, welches allem zu Grunde liegt:
Unaussprechlich.
Im Laufe der Zeit ist aus dem Tao ein Taoismus geworden.
Magie, Geistesbeschwörung, Wahrsagen und Gesund beten findet Eingang. Um Dämonen
abzuwehren und mit den Unsterblichen verkehren zu können, benutzte man magische Formeln,
Gesten, Talismane und Spiegel. Um Kranke zu heilen, verbrannte man auf Papier geschriebene
Formeln und schluckte die Asche. Der Taoismus übernahm vom Buddhismus die Organisation
des Klosterwesens, den Tempelkult, und die Verehrung von Götterbildern.

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